570_Lageplan

Der Hort ist nur ein Baustein der zukünftigen Entwicklung der Freien Waldorfschule am Prenzlauer Berg. Das neue aufgeständerte Hortgebäude steht abgelöst vom Schulhaus, wo es sich zwischen Bäumen, Glockenturm und Backofenhaus seinen Platz sucht und findet. Ein neuer Hof, der Werkhof verbindet auf dem Niveau der Gürtelstraße die UG Ebene des Schulhauses mit dem Sockelgeschoß des Hortgebäudes und öffnet sich nach Süden. Der abgesenkte Werkhof vermittelt zwischen den Werkräumen im UG des Bestands, der zukünftig nach Süden umgesetzten Mensa und dem neuen Hort-Baumhaus. Ein neuer Eingang neben dem südlichen Treppenhaus schafft für das Schulhaus im UG im Süden einen direkten Ausgang ins Freie. Eine gedeckte Pergola, die diesen Eingang mit dem Hort verbindet, bietet Schutz vor Regen und lässt sich im Sommer auch als schattiger Vesperplatz nutzen. Eine Rampe parallel zum Bestandsgebäude verbindet Schulhof und Werkhof barrierefrei.

570_Pictogramme

Grundgedanke des Entwurfs ist es für die nachmittäglichen Stunden ein atmosphärisch anderes Umfeld zu schaffen, das spielerischer und freier ist, als die Unterrichtsräume des Vormittags. Es soll eine eigene Welt entstehen, die für das Spielen optimale Bedingungen bringt, der Kreativität der Kinder und Hortner Raum und Atmosphäre bietet und eine dynamische Pädagogik unterstützt.

570_Grundriss

Grundriss EG

Das gemeinsame Haus besteht aus einem Stamm mit Ausguck, dem gemeinschaftlichen Bereich um die Feuerstelle, dem Lehmofen, den Baumhäusern und der Liegewiese. Der sogenannte Stamm ist das gemeinschaftliche Rückgrat, verbindet alle Ebenen miteinander und endet oben auf der begrünten Dachterrasse. Eine umlaufende Brüstung bietet geschützten Raum für Pflanzbeete, Liegewiesen und Holzdecks mit Blick in den offenen Himmel. Am Fuß des Stamms liegen die Gemeinschaftsflächen. Durch das zur Straße hin abfallende Gelände erhalten diese Aufenthaltsbereiche (Speiseraum, Lehmofen und pädagogische Küche) von Süden vollflächig über die gesamte Geschoßhöhe Tageslicht. Die zentrale Sanitärzone liegt im abgesenkten Bereich.

 
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Grundriss 1.OG

Das eigentliche Hort-Baumhaus besteht aus sechs über Freitreppen erreichbaren Gruppenräumen und dem Hortnerbereich. Die Eingangszonen mit Nischen und andockenden Stegen bilden eine Art von kleinen Vorgärten, die zum Gärtnern, Basteln, Bauen, oder auch einfach nur zum Sitzen und Beobachten einladen. Von hier aus geht es durch eine Diele mit Garderobe oder direkt in den Gruppenraum, der sich durch ein weiteres großes Fenster zum Hof hin öffnet. Aus der Grundrissrotation ergeben sich trapezförmige Räume mit Nischen zum Zurückziehen und Verstecken. Fenster in die benachbarten Gruppenräume und zum Stamm, der Versorgungsader des Baumes, unterstützen die Kommunikation und Wahrnehmung der Gruppen untereinander.

Das Tragwerk ist in wesentlichen Teilen aus Holz in Holztafelbauweise konstruiert. Treppen und Aufzugskern werden zur Vereinfachung des statischen Konzeptes und um ausreichend Speichermasse zu erhalten aus Stahlbeton errichtet. Parallel zum Kern liegen die Randträger, die entlang der Außenwände laufen. Sie liegen an den Eckpunkten und im Bereich der geschlossenen Wände auf. Vom Kern zu den Randträgern spannen die Hauptträger. Dabei werden die Spannweiten durch Stützen, die meist in Wänden angeordnet werden, gering gehalten, so dass die Trägerhöhen mit maximal 30 cm bemessen werden können.

570-_Fassadenschnitt